Katia Labeque, Marielle Labeque,

John McLaughlin

Münster, 1990

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? Ihr geht in den kommenden Wochen gemeinsam auf Deutschland- Tournee. Sind Katia und Marielle Labeque jetzt Jazzmusikerinnen geworden?

Katia: Manchmal träume ich davon, Jazzmusikerin zu sein, aber ich habe zuviel Respekt vor dem Jazz. Nein; wir versuchen nur, eine neue Musikform zu finden, in der die Dinge. die wir spielen und das. was John macht, nebeneinander existieren können. Ich bin verliebt in den Jazz und ich liebe die Menschen, die ihn spielen, aber ich strebe keine Jazzkarriere an. Jazz bietet nur die Möglichkeit zum Lernen und mit John ist es besonders leicht,- es ist ja kein Geheimnis, daß wir seit neun Jahren zusammen leben -, er hat mir in dieser Zeit sehen soviel gegeben. Z.B. hat er mir die indische Musik und den Flamenco vorgestellt. Ich war schon immer vom Flamenco begeistert. aber durch Johns Hilfe sehe ich ihn heute mit ganz, anderen Augen. ? Zählt Ihr Euch zu den Musikern, die Mauern zwischen den Musikstilen niederreißen wollen? Immerhin kommt Eure Musik aus völlig unterschiedlichen Richtungen.

John: Nein, nein und noch mal nein. Ich breche nicht aktiv irgendwelche Grenzen auf. Ich bin vielmehr davon überzeugt. daß die Musik das von alleine macht. Schließlich ist Musik die größte Kraft, die es gibt. Wenn es jemals Mauern oder Grenzen in der Musik gegeben hat, dann höchstens zwischen den Musikern. Aber diese Mauern sind schon vor sehr langer Zeit verschwunden. Eigentlich gibt es nur noch Grenzen und Barrieren in den Köpfen einiger, weniger Leute. Ich glaube nicht, daß sie in Wirklichkeit da sind.

Katia: Die Leute lieben dich. wenn du Stravinsky besonders gut spielst. Aber das solltst du dann auch dein ganzes Leben lang rnachen und diese Richtungen beibehalten. Heute jedoch kommen mittlerweile Menschen in unsere Konzerte. die wissen, daß wir unsere Richtungen ändern, daß wir uns nichts aus Konventionen machen. Gerade in Deutschland erlebe ich das immer wieder. Das deutsche Publikum liebt sehr viele unterschiedliche Musikrichtungen. Es liebt den Jazz, die Klassik, Pop oder Rock; aber vor allein liebt das Publikum die Musik. Und wenn einige Leute sich auf eine bestimmte Richtung festlegen und nur diese Musik hören wollen. dann sollen sie doch nach Salzburg fahren. Für mich gibt es keine eingefrorenen Musikrichtungen, an die ich mich halte.

? Wer von Euch ist zuerst auf die Idee gekommen, gemeinsam auf Tournee zu gehen?

Marielle: Ich glaube, daran waren wir alle beteiligt. Im übrigen waren wir 1982 schon einmal in Amerika zusammen auf Tournee. Damals spielte Katia in Johns Gruppe mit und mit mir zusammen trat sie im Vorprogramm auf. Wir spielten in diesen Clubs und es war wundervoll, vor so einem völlig anderen Publikum zu spielen. Wir hatten damals kein festes Programm und konnten spielen, was wir wollten. Das war eine sehr interessante und aufregende Zeit für mich. So etwas wollten wir noch mal machen.

John: Stimmt, es war eine tolle Zeit. Das hättest Du einmal sehen sollen, wie die beiden Mädchen in den Cowboy- Clubs Bartok und Stravinsky gespielt haben. Die Zuschauer hatten diese Namen vorher niemals gehört und waren fasziniert von dem, was die Mädchen spielten. Das ist wundervoll, wenn Du siehst, wie Menschen etwas völlig Neues entdecken. DAS ist Musik. Du siehst einen Haufen Cowboys in Willie Nelsons Club in Austin /Texas, die Stravinskv hören und dabei völlig wegtreten. Das ist das absolut Größte.

? Sind diese Erlebnisse auch der Grund dafür, daß Katia und Marielle ihre neueste Schallplatte Symphonic Dances and Songs from West Side Story vom Jazzmusiker McLaughlin produzieren ließen?

Katia: Wir hielten es einfach für verrückt, West Side Story von einem Mozart Kenner produzieren zu lassen.. Es würde ja auch niemand eine Jazzplatte von einem Klassikfan produzieren lassen. Also haben wir uns gedacht: die West Side Story ist von altem, amerikanischem .Jazz beeinflußt, also nehmen wir jemanden. der im Jazz zuhause ist, dem wir vertrauen können und der auch Trilok Gurtu erklären kann, was wir machen wollen. Ohne John hätte das nicht gegangen; er hat uns während der Aufnahmen so dirigiert wie sein Jazztrio. Niemand sonst außer ihm hätte das Zusammenspiel zwischen Trilok und uns arrangieren können, schließlich ist Trilok auch Johns Drummer. Wir haben ihn aus Johns Band gestohlen.

John: Ich denke, daß man als Musiker einen ungeheuren Vorteil daraus ziehen kann, wenn man mit anderen Musikern zusammenspielt. Ich z.B. profitiere davon, wenn ich mit indischen Künstlern spiele. und ich glaube, daß es für Katia und für Marielle genau so ist. Ich weiß, daß sie beide schon sehr lange über eine Art Cross Over- Projekt nachdenken. Und ein wichtiger Anstoß, ein solches Projekt auch zu realisieren. war sicherlich George Gershwin. Als er nämlich Rhapsody in Blue und das Concerto in F komponierte, wurde daraus eigentlich Jazz für klassische Musiker. Somit war es für Katia und Marielle natürlich, diese Stücke eines Tages zu spielen. Und so, wie sie Gershwin gespielt haben, denke ich, sind es geniale Aufnahmen.
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? Katia und Marielle, wie war es für Euch, mit Jazzmusikern zusammen zu spielen? Jazzer sollen doch sehr eigenwillige Musiker sein. Hattet Ihr bei den Aufnahmen Probleme?

Marielle: Für mich war das sehr lustig, denn Trilok ist der erste Jazzmusiker, mit dem ich zusammen gespielt habe. Es war eine sehr wichtige Erfahrung für mich. Die Art, wie er spielt. ist nämlich eine ganz andere als die von Jean- Pierre Drouet oder Silvio Gualdo; mit denen habe ich schon sehr oft zusammen gearbeitet und ich weiß genau, was sie machen. Mit Trilok ist es ganz anders. Am Anfang konnte ich einfach nicht mit ihm spielen, es war sehr schwer. [ich wußte nie, wo er gerade war, ob nun vor dem Takt oder dahinter oder ob er gerade im Takt spielte <lacht>. Es war unheimlich schwer, aber es war auch eine große Herausforderung. Für mich sogar noch eine größere als für Katia. Insgesamt aber hat es mir sehr viel Spaß gemacht. Trilok ist ein großartiger Musiker.

Katia: Und ein großartiger Mensch. Und das ist sehr hilfreich und wichtig, wenn man zusammen arbeitet. Aber Trilok ist schließlich den gleichen Weg wie wir gegangen. Fr kommt aus der klassischen, indischen Musik zum Jazz und er weiß, wie das ist. wenn man musikalische Richtungen ändert und verschiedene Stile miteinander vermischt. Deshalb war Trilok ja auch der einzig richtige Musiker für unsere Aufnahmen für Dances and Songs from West Side Story; er ist der Drummer in unserer Band (lacht)

? Apropos West Side Story. Eure Aufnahmen hören sich sehr modern und lebendig an. Spielt Ihr lieber diese Musik, weil die Klassik verstaubt und altmodisch ist?

Katia: Mozart wird niemals, und betone das noch mal, niemals altmodisch sein. Mozart hat wunderbare Musik geschrieben. Außerdem kommt es nicht darauf an, was du spielst, sondern wie du es spielst. Das ist so wie im Leben. Was immer du machst, wichtig ist allein, wie du es machst. Natürlich können wir uns über Bernsteins oder Gershwins Musik am Besten ausdrücken, aber wenn wir z.B. mit den Philharmonikern zusammen spielen, dann ist auch das ein Teil von uns; nur ein anderer. Doch, um auf die - wie Du sagst- altmodische Klassik zurückzukommen. vielleicht hast Du recht, denn viele Menschen empfinden klassische Musik als altmodisch. Aber das liegt meiner Meinung nach an der Art und Weise, wie die Klassik dem Publikum präsentiert wird. Manchmal haben klassische Konzerte so etwas Zeremonielles und Offizielles an sich und das verunsichert das Publikum. In dieser Hinsicht wird auch noch viel zu wenig für die Klassik getan. Man könnte doch z.B. Videos oder Filme machen. Denk einmal an Milos Foremans Film Amadeus. Ob man die Musik nun mochte oder nicht; ob der Film authentisch war oder nicht, er war großartig. Und nur, weil Foreman diesen Film so modern und lebendig gedreht hat, haben viele Menschen für sich Mozart erst entdeckt; waren die Zuschauer gefesselt und riefen; Ooooh, das ist unglaublich. Das meine ich. wenn ich behaupte. es kommt nicht darauf an. was, sondern wie man etwas macht.

Marielle: Was könnte einmal moderner werden als Bach? Das ist doch unmöglich. Ich halte es aber für wichtig. die Dinge in der richtigen Balance zu halten. Ich könnte also nicht nur Gershwin spielen. Und ich wäre auch unzufrieden, wenn ich immer nur Bach spielen müßte. Mir würde immer ein großer Teil der Musik fehlen. Wir brauchen beide Richtungen der Musik und deswegen müssen wir auch immer in beide Richtungen weitersuchen.

Katia: Nimm z.B. einmal die junge Avantgarde. Als sie anfing, Musik zu spielen, lastete ein großer Druck auf ihnen. Die Leute sagen nämlich; spielt nicht dies oder jenes. bevor ihr 30 Jahre alt seid - spielt um Himmels Willen kein Brahms, bevor ihr 50 Jahre alt seid. Zum Schluß wußten diese jungen Musiker aber nicht nicht mehr, was sie eigentlich spielen wollten und was sie liebten. Deswegen danke ich unter anderem Friedrich Gulda. Er hat den Weg für junge Musiker freigemacht, auch für Marielle und für mich. Er hat gesagt: »Mir ist egal, was andere Leute sagen oder denken; Ich gebe mein Programm vorher nicht bekannt und ich werde es ändern, wenn ich mag. Ich spiele Klassik oder Jazz; ich werde das spielen, was ich bin." So halte ich das für richtig - daß die Menschen ihrem eigenen Weg folgen.

? Was Ihr sagt, hört sich so an, als ob ihr keine Unterschiede zwischen Bach oder Bemstein mehr macht. gerade. daß es zwei verschiedene Komponisten sind.

Katia: Von der Idee her sollte es auch so sein. Es ist gute und wertvolle Musik. Uns ist es egal, ob es nun klassische Musik ist oder Rock oder Jazz, -sie ist gut. Und so kann etwas mit uns und dem Publikum geschehen. Wenn die Musik gut ist, dann ist das Publikum zufrieden. Und das wollen wir erreichen. Wenn ein Musikliebhaber Bach oder Bemstein schätzt und liebt, dann gibt es auch keinen Unterschied. denn er hört die Musik mit dem Herzen. Wenn du aber Künstler bist und mit der Musik arbeitest. dann Ist es noch etwas anderes. Dann arbeitest du mit dem Herzen und dem Kopf und dann gibt es wieder Unterschiede.

? Weil Du gerade von Arbeit sprichst, Ihr alle drei arbeitet sehr, sehr viel. Seid ihr arbeitssüchtig?

Katia: Nichts kann die Arbeit in der Musik ersetzen. Das größte Talent verkümmert ohne Arbeit; es ist nichts. Auf der anderen Seite .., die allergrößte Arbeit und Mühe ohne Talent ist natürlich auch nichts. Das wissen wir alle. Das mindeste aber, was du als Künstler deinem Instrument schuldig bist, ist, daß du es gut spielst. Wenn du deine eigene Ausdrucksform finden willst wenn du wirklich frei spielen willst, dann gehört dazu eine ,eine Menge Arbeit. Du mußt solange arbeiten, bis du das, was du gelernt hast, wieder vergißt. Auf der Bühne kannst du nämlich nicht mehr arbeiten; da mußt du alles wieder vergessen haben und spielen. Arbeit ist also das Minimum, was wir für unsere Instrumente tun müssen. Vorausgesetzt, wir lieben unsere Instrumente. Und sei doch einmal ehrlich: Arbeit ist doch keine dramatische Angelegenheit, oder?

John: Arbeit ist mein Leben. Wie könnte ich irgendwann nicht an Arbeit, an Musik denken; sie durchzieht mein Leben 24 Stunden am Tag. Es ist wie der Lebenssaft. Natürlich gibt es immer eine Menge zu tun. Wir sind viel unterwegs und zu den Konzerten gehören zuvor auch viele Proben und die Zeit, in der ich neue Stücke schreibe. Aber das bringt der Beruf des Künstlers mit sich, glaube ich. Ich beschwere mich nicht darüber; es ist eben so. wie es ist.

? Wenn man Euch auf der Bühne zusieht, dann fragt man sich, wie Ihr Euch verständigt. Sprecht Ihr während eines Konzerts miteinander, gebt Ihr Euch vielleicht kleine, geheime Zeichen oder wißt ihr einfach, was im Kopf des anderen vorgeht?

Marielle: Ich glaube, ich weiß genau, was Katia denkt und fühlt, wenn wir auf der Bühne arbeiten. Man kann also nicht sagen, daß wir miteinander sprechen. Es ist vielmehr die Musik, die spricht. Wir reden vor dem Konzert, manchmal sogar zu viel; wir finden gar kein Ende damit. Aber auf der Bühne reden wir dann nicht mehr. Ich kann mich sofort auf Katia einstellen. Ich weiß, wann sie glücklich ist und wann sie unglücklich ist; ich weiß das sofort, nachdem sie den ersten Ton gespielt hat.

Katia: Einige der Stücke, die wir spielen, sind wie ein kleines Drama, mit Fragen und mit Antworten. Es sind aber Teil der Musik und bei diesen Stücken würde ich sagen, daß wir miteinander reden. Das mag von außen betrachtet vielleicht wie ein Gespräch aussehen, ist aber von uns ungewollt. Es gibt da einen bestimmten Teil von dir, der nicht mehr zu dir gehört, wenn du spielst. Dieser Teil gehört der Musik und das läßt sich nicht ändern. Marielle weiß das und kann sich darauf einstellen. Wir brauchen also nicht miteinander zu sprechen. Es geschieht von selbst.

? Und wie ist das mit den Noten, spielt Ihr nach Noten oder arbeitet Ihr ohne Aufzeichnungen?

Marielle: In einem Arrangement gibt es sehr viele Teile, die wir während des Spiels variieren. Es ist also nicht alles, was wir spielen, vorher aufgeschrieben. Wenn wir aber mit mehreren auf der Bühne sind, dann fühle ich mich schon sicherer, wenn es Noten gibt.

? Katia, wie ist das mit Dir, wenn Du z.B. mit John zusammen eine seiner Improvisationen spielst? Brauchst Du dann Noten?

Katia: John ändert manchmal sehr kurzfristig vor ein einem Konzert die Noten und dann brauche ich eine Art kleine Hilfe. Ich habe dann ein paar ganz kleine Zettelchen dabei. Das reicht mir dann schon. Aber mit John spiele ich ja auch viel weniger als mit Marielle.

? Welches Publikum wollt Ihr mit Euren Konzerten ansprechen? Wünscht Ihr Euch eher älteres oder jüngeres Publikum, lieber klassische Zuhörer oder lieber Jazzfans?

Marielle: Am liebsten alle durcheinander. Und so viele Zuschauer wie möglich. Sie sollen alle kommen und ihre Freude an unserer Musik haben..

Katia: (lacht) Natürlich wünschen wir uns so viele Zuschauer wie möglich. Besonders aber wünschen wir uns Zuschauer, die wegen Johns Musik in das Konzert kommen und die dann zum ersten Mal in ihrem Leben Stravinskys Petrouchka hören. Es wäre doch sehr schön, wenn Johns Publikum gleichzeitig auch unseres würde. Ich denke, in Deutschland gibt es viele junge Leute, die sich für verschiedene Musikrichtungen interessieren und es wäre wundervoll, wenn diese Leute kommen würden. Auf der anderen Seile wünsche ich mir natürlich aber auch das traditionelle klassische Publikum, daß mit uns eine andere, neue Art von Konzerten erleben kann. Denn -was tun wir denn sonst für unser Publikum? Wir präsentieren immer dieselbe Art Konzert, ein traditionelles klassisches Konzert mit klassischer Musik. Eine kleine Ouverture am Anfang, ein Concerto im Hauptteil, usw. Es gibt unter uns Künstlern sehr viele, die auf diesen ausgetretenen Wegen gehen und sich dort sicher und etabliert fühlen. Dabei gehen sie ja auch kein Risiko ein. Wir aber gehen ein Risiko ein. denn wir gehen mit einer Jazzgruppe gemeinsam auf Tournee. Jetzt könnte es doch sein. daß die Jazzhörer unsere Musik, ich meine also Marielles und meine Musik, absolut nicht mögen und daß die Menschen, die unseretwegen ins Konzert gekommen sind, auch wieder enttäuscht nach Hause gehen, weil es ihnen nicht gefallen hat. Aber ich bin ein großer Optimist sie sollen alle kommen und es könnte ihnen vielleicht gefallen. Da werden eventuell einige Leute sagen: Ooojotoh, wir haben John Mc Laughlin entdeckt; von dem haben wir vorher noch nie etwas gehört. Und andere werden sagen: was für zwei tolle Mädchen, so wie in Amerika. Dort kamen die Leute, die sonst John nach seiner Gitarre und seinen Saiten fragen.plötzlich zu uns und wollten wissen, wer denn der Typ sei, der den ersten Song geschrieben hat. Wir hatten Petrouchka gespielt und sie fragten nach Stravinskv. Sie wollten wissen : Hey. hat dieser Typ eine eigene Band? Das war toll; sie glaubten, Stravinsky wäre ein Rockstar..

? Ihr rechnet also schon damit, daß Ihr einige Konzertbesucher vor den Kopf stoßt, weil Ihr ihren Erwartungen nicht entsprechen werdet? Beunruhigt Euch das nicht?

Marielle: Nein, überhaupt nicht. Ich denke, es ist etwas Gutes, die Menschen zu überraschen. Es wäre doch schade, wenn die Leute wüßten. was wir spielen. Ich halte es für gut, wenn man frisch bleibt und sich nicht an bestimmte Dinge gewöhnt.

Katia: Man muß eben manchmal den ersten Schritt machen, und das machen wir. Es wird eben das erste Mal sein, daß die Leute Marielle und mich zusammen mit einer Jazzdrummer hören.. Ich fühle, daß es das Richtige ist. was wir machen; daß wir es sogar machen müssen. Ich fühle, daß es so wichtig für die Entwicklung unserer Musik ist, daß wir davor nicht zurückschrecken dürfen. Wir müssen dieses Risiko eingehen. Alles andere ist unmöglich.

? Bleibt zum Schluß noch die Frage. wie Ihr auf den Tourneetitel 20th Century Rhythmus gekommen seid. Was steckt dahinter?

John: Es war eine sehr schwere Frage für uns, einen Titel zu finden, denn wie konnte man in zwei, drei Worten das ausdrücken, was wir machen? Ich habe zunächst Modern Thrills vorgeschlagen, aber dieser Titel traf es nicht. Also haben wir noch mal darüber gesprochen.

Katia: Wir haben uns zusammengesetzt und nach dem Titel gesucht, so als ob wir einen Namen für ein Baby suchen. Wir haben überlegt, welche Musik wir repräsentieren, welche Stücke wir spielen werden, und wir sind uns darüber klar geworden, daß alle Stücke, die wir spielen werden, irgendwie zusammengehören; sie basieren alle auf Rhythmen. Außerdem wurden sie alle im 20. Jahrhundert geschrieben. So ist der Titel entstanden.