|
Italienischer Verband der Drehbuchübersetzer und Synchronautoren |
Ständiger Aufruf an Autoren und Schauspieler
Die Kinowelt hat das Synchronisieren nie sonderlich gemocht. Es wird vorwiegend in Europa benutzt (in den USA ist es so gut wie unbekannt), wo es ein starkes Gefühl nationaler Identität und Kultur gibt. Dort wo es weitverbreitet ist, bleibt es, wenn auch unbeabsichtigt, oft sinnlos und ausbeuterisch.
Die ausführlichen und fruchtlosen Diskussionen darüber, ob Untertitel angemessener und exakter als das Synchronisieren sind, haben bislang zu keiner Lösung geführt. Eher liegt das eigentliche Problem in den geschäftlichen Interessen (insbesondere dann, wenn ein Film auf weltweite Akzeptanz zielt). Filme entstehen als Ware und werden im großen Stil als solche vermarktet. Das extrem komplizierte Zusammenwirken von Telekommunikationsindustrie, von Special-Effects-Produktion sowie von Produktion und Vertrieb des eigentlichen Films entfernt den Autor immer weiter vom Zuschauer. Die ursprünglichen Aussagen des Autors erreichen den Zuschauer nicht ungeschmälert. Der künstlerische Gehalt des Films fällt den materiellen Interessen derer zum Opfer, die ihn übersetzen lassen und deren Hauptziel in möglichst hohen Umsätze besteht. Die Kunst des Synchronisierens besteht eben nicht in der Aneinanderreihung wörtlich übersetzter Textstücke, sondern beinhaltet das Neuschreiben des ganzen Texts, seine Anpassung an die Kultur der Menschen, für die man übersetzt. In der materialistischen Industrie von heute betrachtet man die Kunst des Synchronisierens als etwas zu Langsames und, man darf es ruhig sagen, als zu teuer. Aus diesen Gründen wird systematisch jedes Quentchen künstlerischen Gehalts ausgemerzt.
Die Kunst des Synchronisierens stirbt rapide aus, und wir glauben, viele - darunter eine große Zahl Kritiker - freut dieser Gedanke. Die tragische Folge dieses "Verfalls" ist jedoch, daß damit das Konzept "Kino primär als Kunst und erst sekundär als Produkt" wohl endgültig mit ausstirbt.
Ein Autor kann die Integrität seines Werks nur gegen Fehlinterpretationen und Verfälschung schützen, indem er qualifizierte Übersetzer, Synchronautoren, Synchronregisseure und Sprecher für das Übersetzen, Anpassen und die Durchführung der Synchronisation auswählt. Eines der Probleme, dem sich die Autoren gegenüber sehen, ist leider die mangelnde Professionalität vieler, die auf diesem Sektor arbeiten.
Die Mitglieder des Aidac bitten daher alle Autoren und Interpreten um aktive Unterstützung bei der Anerkennung und Respektierung ihrer Kreativität und ihrer künstlerischen Belange. Es geht hier um die Umsetzung der Regelungen, die vom Weltverband der Autoren, der Adiaa und der Artists Rights Foundation verabschiedet wurden sowie um die Respektierung der Urheberrechte.
A.I.D.A.C.
Via Asiago, 8
00195 - Rom (ITALIEN)
Tel.: +39-6-3203902
Fax: +39-6-37351400